Der senegalesische Fotograf Omar Victor Diop ist ein kreativer Schelm – und natürlich viel mehr als das. Hat er sich doch – ein halbes Jahrhundert nachdem ahnungslose weiße Amerikaner ihre Partys, Picknicks und Stelldicheins knipsten – per Fotomontage einfach in die Situation hineingebastelt. Als Schwarzer! Brav schmunzelnd sitzt er neben einem kreischenden Pärchen auf der Couch, zerlegt beim Picknick für die betagte Lady einen Hummer oder staunt, auf dem Teppich fläzend, mit einem jungen Mädchen über angesagte Schallplatten. Es sieht wirklich so aus, als wäre er dabei gewesen – in einer Zeit, in der sich genau das wegen der gelebten Rassentrennung wohl niemals zugetragen hätte.
Die Originale stammen aus einer Sammlung von Amateur-Dias aus den 1950er und 1960er Jahren, die der britische Künstler Lee Shulman als „Anonymous Project“ verwaltet. Diop und Shulman werden beim Anfertigen der Collagen ihren Spaß gehabt haben. So definieren sie die Macht des Bildes und der Erinnerung neu und erzeugen so die Illusion einer nahezu vollkommenen Harmonie*.
*aus dem Ausstellungstext
https://www.monopol-magazin.de/lee-shulman-omar-victor-diop-zeitreise











