Blutsverwandt, doch grundverschieden,
jeder lebte einst sein ICH,
suchte selbstbestimmten Frieden,
rieb sich auch gelegentlich.
Dadurch kam man schließlich weiter –
Schritt für Schritt mit Fug und Recht,
man war einander (nur) Begleiter,
das, was man gab und nahm, war echt.
Flucht und Zweifel, auch die Mauer,
machten manche Menschen hart.
Glück war oftmals nicht von Dauer,
und Demut war nicht ihre Art.
Einmal kommt der Tag im Leben,
da sieht man klar und intensiv:
Mit Abstand kann man auch vergeben,
jedes Tun ist relativ.
(ksh, zum 100. Geburtstag von I. S., 2012/2026)
