Das Puppenlager

Hinter der Glasscheibe – ein Panoptikum. Würde man all die Seelen auch noch hören können, wäre es kaum auszuhalten. Erst recht, wenn man eigentlich kein Blut sehen kann. Doch die Schnittwunde unter dem Ohr, tief rein in den Kiefer, hat eine magische Wirkung.  Auch die drei übergroßen blassen Gesichter – verkniffener Mund / gefletschte Zähne / haltloser Schrei – hallen zauberhaft wider. Die Schauspielschule Ernst Busch verstaut ihre Puppen-Sammlung sichtbar, sodass man aus dem Foyer Blickkontakt aufnehmen kann mit Monstern und Unholden, Liebchen und Kröten.
Goodbye den Gehenkten. Und einen Gruß an all die Marionetten, Handpuppen und Masken in den Regalen, für deren Bekanntschaft man einen Lager-Schlüssel gebraucht hätte.